Datenschutz leicht gemacht – So setzen Sie Betroffenenrechte richtig um

Einleitung

Betroffenenrechte gehören zu den Kernanforderungen der DSGVO. Ob Auskunft, Löschung, Berichtigung oder Widerspruch – Unternehmen müssen jederzeit nachvollziehbar zeigen können, wie sie Anfragen bearbeiten und dass sie gesetzliche Fristen einhalten.


Da Betroffenenanfragen oft überraschend eintreffen und verschiedene Abteilungen betreffen, entstehen schnell Unsicherheiten. Aus diesem Grund zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie Betroffenenrechte strukturiert, rechtssicher und zugleich praxisnah gemäß DSGVO umsetzen – ohne unnötigen Aufwand und ohne juristische Stolperfallen.

Warum Betroffenenrechte im Datenschutz so wichtig sind

Betroffene sollen stets verstehen können, welche Daten verarbeitet werden und weshalb dies geschieht. Genau deshalb verpflichtet die DSGVO Unternehmen, transparent zu handeln und Anfragen nachvollziehbar zu beantworten, über die sogenannten Betroffenenrechte.

Diese sind wichtig, weil sie:

  • Transparenz schaffen, indem offengelegt wird, welche Daten wo gespeichert sind,
  • Vertrauen stärken, weil Betroffene darauf bauen können, dass ihre Daten verantwortungsvoll behandelt werden,
  • Rechtssicherheit herstellen, da Unternehmen ihre Prozesse dokumentieren müssen,
  • Beschwerden vermeiden, die häufig durch fehlende oder unvollständige Antworten entstehen,
  • Bußgelder verhindern, indem Fristen und Vorgaben eingehalten werden.

Unter dem Strich gilt: Betroffenenrechte zeigen, wie ernst Unternehmen Datenschutz tatsächlich nehmen – im Alltag und nicht nur auf dem Papier.

Typische Risiken im Umgang mit Betroffenenanfragen

Viele Unternehmen möchten korrekt reagieren, geraten jedoch ins Straucheln, weil Abläufe und Zuständigkeiten nicht klar genug geregelt sind.

Typische Risiken sind:

  • Versäumte Fristen durch verzögertes internes Weiterleiten von Anfragen
  • Fehlende Zuständigkeiten, wodurch unklar bleibt, wer antwortet
  • Unvollständige Auskünfte, wenn relevante Systeme nicht berücksichtigt werden
  • Mangelnde Dokumentation, wodurch der Nachweis gegenüber Behörden fehlt
  • Unklare Datenquellen zwischen CRM, E-Mails und lokalen Ablagen
  • Missverständliche Kommunikation durch unpräzise oder zu allgemeine Formulierungen

Diese Risiken zeigen, dass Betroffenenrechte nicht nur juristisch, sondern auch organisatorisch sauber umgesetzt werden müssen.

Praxis-Tipps: So setzen Unternehmen Betroffenenrechte DSGVO-konform um

Zuständigkeiten definieren

Zunächst einmal sollten Sie festlegen, wer Anfragen entgegennimmt, wer recherchiert und wer antwortet. Nur so wird verhindert, dass Anfragen verloren gehen oder zu spät beantwortet werden.

Identität prüfen

Bevor personenbezogene Daten herausgegeben werden, muss klar sein, dass die anfragende Person tatsächlich die betroffene Person ist – ohne dass zusätzliche Daten erhoben werden, die unnötig wären.

Fristen zuverlässig einhalten

Die gesetzliche Frist beträgt einen Monat. Bei komplexen Anfragen sind zwei zusätzliche Monate möglich, sofern dies nachvollziehbar begründet wird. Erst wenn Zuständigkeiten klar geregelt sind, lassen sich Fristen wirklich sicher einhalten.

Alle Datenquellen berücksichtigen

Betroffenenrechte gelten nicht nur für das CRM, sondern auch für:

  • HR-Systeme
  • Newsletter-Tools
  • E-Mail-Postfächer
  • Cloud-Ordner
  • Messenger & Ticketsysteme
  • digitale und analoge Ablagen

Anders gesagt: Erst wenn alle Datenquellen einbezogen wurden, ist die Auskunft vollständig.

Antwort klar strukturieren

Die Antwort sollte immer enthalten:

  • Datenkategorien
  • Zwecke der Verarbeitung
  • Rechtsgrundlagen
  • Empfänger
  • Speicherdauer
  • Hinweise auf weitere Rechte

Kurz gesagt: Betroffene müssen die Datenverarbeitung nachvollziehen können – ohne Fachchinesisch.

Dokumentation sicherstellen

Dokumentieren Sie jeden Schritt: Eingang, Identitätsprüfung, Recherche, Antwort, Fristen.
So sind Sie jederzeit in der Lage, gegenüber Aufsichtsbehörden nachzuweisen, wie Sie vorgegangen sind.

Praxisbeispiel: Kleine Unachtsamkeit, große Wirkung

Ein Kunde stellt eine Auskunftsanfrage. Da „im Grunde genommen“ mehrere Abteilungen zuständig waren, dauerte die Abstimmung länger als erwartet. Dadurch, dass keine klare interne Zuständigkeit festgelegt war, wurde die einmonatige Frist überschritten.
Die Folge: Die Aufsichtsbehörde forderte eine Stellungnahme, und der gesamte Prozess musste nachträglich überarbeitet werden.

Dieses Beispiel zeigt, wie schnell organisatorische Lücken zu echten Problemen führen – selbst wenn die Datenverarbeitung eigentlich korrekt war.

Datenschutz-Check: 5 Fragen für Ihren Umgang mit Betroffenenrechten

Bevor die nächste Anfrage eintrifft, lohnt sich ein kurzer Check.
Stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Gibt es eine klare interne Zuständigkeit für Betroffenenanfragen?
  2. Können Sie die gesetzliche Frist zuverlässig einhalten?
  3. Haben Sie einen Überblick über alle relevanten Systeme?
  4. Arbeiten Sie mit standardisierten Antwortvorlagen?
  5. Wird jede Anfrage vollständig dokumentiert?

Ein „Nein“ zeigt Handlungsbedarf – wir unterstützen Sie gern bei der Optimierung.

Kostenloses Freebie 06: Muster für Datenschutz-Dokumentation & Nachweise

Damit Sie im Prüfungsfall schnell und strukturiert reagieren können, haben wir ein praxisnahes Musterpaket für Datenschutz-Dokumentation und Nachweise für Sie vorbereitet.
Es unterstützt Sie dabei, wichtige Unterlagen übersichtlich zu erfassen und nachvollziehbar bereitzuhalten.

Das Freebie enthält unter anderem:

  • Muster und Übersichten für zentrale Datenschutz-Nachweise
  • strukturierte Vorlagen zur internen Dokumentation
  • Hilfestellungen für eine prüfungssichere Ablage

So erhalten Sie Freebie 06Datenschutz-Dokumentation

Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail an datenschutz@simply-pm.de mit dem Betreff
„Freebie 06 – Datenschutz-Dokumentation“.
Wir senden Ihnen das Freebie anschließend kostenfrei als PDF zu.

💡 Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich zur Zusendung des angeforderten Freebies verwendet.

Betroffenenrechte DSGVO - Aufwand für Datenschutzanforderungen

Statistik: Steigende Datenschutz-anforderungen belasten Unternehmen zunehmend

Wie herausfordernd die Bearbeitung von Betroffenenrechten im Alltag ist, zeigt eine aktuelle Bitkom-Erhebung deutlich:
97 Prozent der Unternehmen geben an, dass der Aufwand für Datenschutzanforderungen kontinuierlich steigt – insbesondere bei Auskunfts-, Lösch- und Widerspruchsanfragen, die oft mehrere Systeme betreffen. 🔗 Quelle: „Unternehmen ächzen unterm Datenschutz“ – Bitkom e. V. (2024)

Diese Zahlen machen sichtbar, dass viele Unternehmen zwar motiviert sind, Datenschutz richtig umzusetzen, aber ohne klare Prozesse schnell an Grenzen stoßen.

Fazit: Betroffenenrechte brauchen klare Strukturen

Betroffenenrechte sind nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch ein wichtiges Element vertrauensvoller Kommunikation. Wenn Unternehmen Zuständigkeiten definieren, Datenquellen transparent machen und Antworten strukturiert aufbereiten, lassen sich Anfragen effizient und rechtssicher bearbeiten. Dadurch entsteht mehr Sicherheit – für Unternehmen und für Betroffene.

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Noch mehr Praxiswissen?
Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag, wie Unsere Vorgehensmethodik zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist – In diesem Blogbeitrag erläutern wir unsere simple Vorgehensmethodik zur Datenschutz-Grundverordnung in drei Phasen: Analysephase, Umsetzungsphase und Integrationsphase.

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