Datenschutz in Gesundheits-Apps: Wie sicher sind unsere sensiblen Daten?

Einleitung

Gesundheits-Apps erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – von Fitness-Trackern über Ernährungstagebücher bis hin zu Apps für die Überwachung chronischer Erkrankungen. Sie bieten wertvolle Unterstützung im Alltag, sammeln jedoch eine Fülle sensibler Daten, darunter Gesundheitswerte, Bewegungsprofile und persönliche Gewohnheiten. Doch wie sicher sind diese Daten? Welche Datenschutzrisiken bestehen? Und wie können Nutzer*innen sich schützen? In diesem Beitrag werfen wir einen detaillierten Blick auf den Datenschutz in Gesundheits-Apps, beleuchten gesetzliche Anforderungen und geben praxisnahe Tipps zur sicheren Nutzung.

Gesundheits-Apps: Zwischen Innovation und Datenschutzrisiko

Immer mehr Menschen nutzen Gesundheits-Apps, um ihre Fitness zu verbessern oder ihre medizinische Versorgung zu optimieren. Dabei werden täglich unzählige personenbezogene Daten verarbeitet – oft ohne ausreichende Transparenz oder Sicherheitsvorkehrungen.

Einige der häufigsten Funktionen von Gesundheits-Apps:

  • Erfassen und Speichern von Körperdaten (z. B. Herzfrequenz, Kalorienverbrauch, Blutzuckerwerte)
  • Analyse von Gesundheitszuständen und Verhalten
  • Austausch von Daten mit Dritten (z. B. Ärzt*innen, Krankenkassen, Forschungseinrichtungen)

Allerdings gehen mit der Nutzung auch erhebliche Datenschutzrisiken einher.

Datenschutzrisiken bei Gesundheits-Apps

Viele Gesundheits-Apps verarbeiten personenbezogene Daten, ohne Nutzer*innen vollständig über die Verwendung zu informieren. Die größten Datenschutzprobleme sind:

1. Intransparente Datennutzung

Oft ist nicht klar ersichtlich, welche Daten erfasst werden, wohin sie übermittelt werden und ob Dritte Zugriff haben. Einige Apps teilen Daten mit Werbenetzwerken oder Analysefirmen, ohne dass Nutzer*innen aktiv zustimmen.

2. Unzureichende Sicherheitsmaßnahmen

Viele Apps speichern Daten unverschlüsselt oder übertragen sie unsicher. Das macht sie anfällig für Hackerangriffe und Datendiebstahl.

3. Weitergabe sensibler Gesundheitsdaten an Dritte

Nicht selten verkaufen App-Anbieter Gesundheitsdaten an Versicherungen oder andere Unternehmen. Das kann dazu führen, dass persönliche Gesundheitsinformationen zu Werbezwecken genutzt oder in Zukunft für Risikoeinschätzungen herangezogen werden.

4. Fehlende Kontrolle über Datenlöschung

Ein weiteres Problem: Wer eine App deinstalliert, kann nicht sicher sein, dass gespeicherte Daten tatsächlich gelöscht wurden. Häufig bleiben sie auf den Servern des Anbieters erhalten.

Rechtliche Grundlagen: Welche Gesetze schützen Gesundheitsdaten?

In der EU gibt es strenge Datenschutzbestimmungen, die auch für Gesundheits-Apps gelten. Die wichtigsten Gesetze sind:

DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)

Die DSGVO schützt personenbezogene Daten und schreibt unter anderem vor:

  • Daten dürfen nur mit expliziter Einwilligung verarbeitet werden.
  • Unternehmen müssen die Datennutzung transparent machen.
  • Nutzer*innen haben das Recht auf Datenlöschung und -übertragbarkeit.

BDSG (Bundesdatenschutzgesetz)

Das BDSG ergänzt die DSGVO und enthält spezifische Regelungen für Deutschland, insbesondere für Krankenkassen und medizinische Einrichtungen.

Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGA-Verordnung)

Apps, die als „Digitale Gesundheitsanwendungen“ (DiGA) zugelassen sind, müssen hohe Datenschutzstandards erfüllen. Sie dürfen beispielsweise keine Daten für Werbung nutzen.

Tipps für den sicheren Umgang mit Gesundheits-Apps

Um Gesundheitsdaten bestmöglich zu schützen, sollten Nutzer*innen folgende Maßnahmen ergreifen:

1. Datenschutzbestimmungen sorgfältig prüfen

Vor der Nutzung einer App lohnt sich ein Blick in die Datenschutzerklärung. Seriöse Anbieter erklären transparent, welche Daten sie erheben und wie sie genutzt werden.

2. Nur vertrauenswürdige Apps verwenden

Empfohlen werden Apps von seriösen Anbietern, die nach europäischen Datenschutzstandards arbeiten. Offizielle DiGA-Apps sind hier eine sichere Wahl.

3. Zugriffsbeschränkungen aktivieren

Viele Apps verlangen unnötige Berechtigungen (z. B. Standort oder Kamera). In den Geräteeinstellungen lassen sich Zugriffe gezielt einschränken.

4. Datenverschlüsselung nutzen

Verschlüsselte Datenübertragungen (z. B. via HTTPS) und die Nutzung sicherer Cloud-Dienste erhöhen den Schutz persönlicher Daten.

5. Regelmäßige Datenlöschung einplanen

Gespeicherte Gesundheitsdaten sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls gelöscht werden. Bei Unsicherheit lohnt sich eine direkte Anfrage beim Anbieter.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Der Markt für Gesundheits-Apps wächst rasant

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) Datenschutz Gesundheits-Apps

Die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) nimmt weiter zu. Im Jahr 2023 hat sich die Anzahl der verschriebenen Gesundheits-Apps im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Rund ein Drittel der Ärzt*innen und Gesundheitsfachpersonen setzt bereits auf DiGA, während weitere 14 % planen, diese in naher Zukunft zu verschreiben.

Dieser Trend zeigt, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dennoch bleibt die Implementierung digitaler Lösungen eine Herausforderung – insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit. Gesundheits-Apps verarbeiten hochsensible Informationen, weshalb es essenziell ist, dass diese Anwendungen höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und DSGVO-konform entwickelt sowie genutzt werden.

Fazit: Datenschutz als Schlüssel für sichere Gesundheits-Apps

Gesundheits-Apps bieten viele Vorteile, bergen aber auch erhebliche Datenschutzrisiken. Eine unbedachte Nutzung kann dazu führen, dass sensible Informationen in die falschen Hände geraten. Umso wichtiger ist es, sich bewusst mit dem Datenschutz auseinanderzusetzen.

  • Nutzer*innen sollten Datenschutzrichtlinien genau prüfen und nur vertrauenswürdige Apps verwenden.
  • Anbieter müssen transparente Sicherheitskonzepte entwickeln und sich an gesetzliche Vorgaben halten.
  • Politik und Behörden sind gefordert, Datenschutzlücken konsequent zu schließen.

Nur wenn Entwickler den Datenschutz in Gesundheits-Apps ernst nehmen, bleiben diese langfristig sicher und vertrauenswürdig.

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